Tipps für Models

Nachdem ich ein paar mal gefragt worden bin, ob ich Tipps habe für Menschen, die erste Shooting-Versuche vor der Kamera machen wollen, hab ich mich bemüht, ein wenig zusammen zu schreiben, auf was man achten könnte.

 

Vorbereitung

Wenn Du ein Shooting mit einem Fotografen ausmachst, den Du noch nicht kennst, ist es ganz normal, dass Du Dir seine Bilder, die er auf seiner Homepage, seiner Facebook-Seite, … hat, ansiehst – so erkennst Du, ob Dir sein Stil zusagt. An dem Stil, wie er auf seinen Pages schreibt (und natürlich wie er beim Ausmachen des Shootings schreibt/telefoniert), kannst Du vielleicht auch erkennen, wie sympathisch Dir der Fotograf ist. Hast Du bei dieser Kommunikation ein schlechtes Gefühl, musst Du überlegen, ob Du mit diesem Fotografen shooten willst.

Auch der Fotograf wird sich auf das Shooting vorbereiten. Schick ihm bitte daher ein aktuelles Bild von Dir. Wenn Du noch keine professionellen Fotos hast, macht das nichts, es reicht ein Handy-Schnappschuss – der Fotograf möchte nur Sachen wie Haarfarbe und Haarlänge oder Deine Figur erkennen, um sich auf Dich vorbereiten zu können. Schickst Du dem Fotografen Bilder, auf denen Du eine andere Haarfarbe, längere Haare und so hast, bereitet sich der Fotograf auf einen anderen Menschen vor – auch nicht ideal, oder? Hast Du großflächige Tattoos oder große Muttermale, würde ich dem Fotografen schon im Vorfeld davon erzählen.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind wichtige Punkte. D.h. wenn Du kurzfristig doch nicht kannst, ist es gut, so bald wie möglich abzusagen. Einfach nicht zu kommen, ist meiner Meinung nicht sehr fair. Genauso halte ich es für wichtig, sich den Weg zum Shooting-Ort im Vorfeld anzusehen (und wenn es „nur“ auf google maps ist^^). So kannst Du Dich entspannt auf den Weg machen und pünktlich ankommen. (Pünktlichkeit ist doch auch wichtig, oder?)

Bevor Du Deine ersten Shootings ausmachst, ist es wichtig, zu überlegen, welche Art Bilder Du haben willst bzw. wie weit Du zu gehen bereit bist (ja, Teilakt heißt „fast nackig“ und nicht „eh fast angezogen“). Wenn Du erst mitten beim Shooting draufkommst, dass es in eine total andere Richtung geht, als Du sie Dir vorgestellt hast, hat niemand was davon. Solltest Du beim Shooting trotzdem mit der Situation überfordert sein, sprich das bitte auch direkt an. Damit gibst Du allen Beteiligten die Chance, das Shooting vielleicht noch zu retten.

Willst Du jemanden zur seelischen Unterstützung zu einem Shooting mitnehmen, ist das bei den meisten Shootings kein Problem. Du solltest es dem Fotografen aber im Vorfeld mitteilen, dass Du nicht alleine kommst. Allerdings sollte sich Deine Begleitung verbal und optisch zurückhalten und den Shooting-Ablauf nicht stören. Deine Begleitung fällt sicherlich positiv auf, wenn sie beim Tragen von Ausrüstung oder Deiner Tasche mit Klamotten hilft oder mal einen Reflektor hält.

 

MakeUp

Gibt es keinen professionellen Visagisten (und davon gehen wir bei den ersten Shootings mal aus), wird sich der Fotograf mit Dir im Vorfeld über das gewünschte Make-Up unterhalten. Trotzdem möchte ich Dir ein paar Tipps für Dein Make-Up mitgeben:

Macht ihr Portrait-Aufnahmen, schminke Dich bitte nicht zu übertrieben, sondern in einem Stil, wie Du zu einem Vorstellungsgespräch gehen würdest oder für einen schönen Restaurantbesuch mit Deiner Familie. Es sollte ungefähr Deinen Hautton treffen und für ein Studio-Shooting etwas dicker als normal sein.

Wenn Du Dein Make-Up während des Shootings nachbessern oder verändern willst, wäre es gut, wenn Du ein paar Kleinigkeiten mitnimmst:

  • ein kleines Make-up Set mit Grundierung, Mascara, Lippenstift, Eyeliner, Rouge und Lipgloss
  • einen (Taschen) Spiegel
  • Haarspray
  • Einen Kamm oder eine Bürste

Auch wenn der Fotograf und Du beschließt, Dich ganz natürlich (ohne Schminke) abzulichten, solltest Du zumindest Puder mitnehmen – der hilft, Glanzstellen an Deinem Gesicht zu vermeiden.

 

Kleidung

Welche Kleidung für ein Shooting benötigt wird, ist je nach Shootingstil verschieden. Der Fotograf wird das auf jeden Fall mit Dir im Vorfeld besprechen.

Shootet ihr irgendwo draußen (Outdoorshooting), ist es immer gut, wenn Du Dir einen langen Mantel oder Bademantel mitnimmst. So kannst Du Dich in einer Shootingpause aufwärmen und hin und wieder hat so ein Mantel auch Vorteile beim Umziehen.

Wichtig ist, dass Du bei der Auswahl Deiner Outfits darauf achtest, dass die Kleidung keine zu auffälligen Streifen oder Muster bzw. keine großen Logos oder Texte hat. Das lenkt zu viel von Dir ab.

Generell möchte ich von einem zu großen Ausschnitt und zu viel Schmuck abraten, da Du (und nicht der Schmuck oder Dein Dekolletee) im Mittelpunkt stehen sollst.

Wichtig ist, dass die Kleidung und Deine Schuhe sauber und nicht zerknittert sind.

Achte bitte darauf, dass Deine Kleidung in den letzten Stunden vor dem Shooting nicht zu eng sitzt – dadurch entstehen Druckstellen auf Deiner Haut, die unschön aussehen und schwer zu retuschieren sind.

 

Accessoires & Schuhe

Accessoires schaden nie – wenn Du nicht allzu weit zum Shooting laufen musst, pack lieber ein bisschen zu viel als zu wenig ein – Accessoires kann man immer einbauen.

Hast Du High Heels, nimm Sie bitte zu Shooting mit – die unterstützen Deine Körperhaltung ungemein. Diese High Heels sollten aber nicht das einzige Paar Schuhe sein, das Du dabei hast – angeblich schmerzen diese Teile nach einer gewissen Tragezeit ungemein 😉

 

Was brauch ich sonst noch ?

Bemühe Dich, vor dem Shooting genug Schlaf abzukommen und Dich positiv auf das Shooting einzustellen – gute Laune, Lebensfreude und Fröhlichkeit sieht man auf den Bildern!

Natürlich wird es Wartezeiten (Setumbau, Einstellungen, Licht, Diskussionen, …) geben. Versuche, Dir dadurch nicht die Laune verderben zu lassen – so was gehört zu einem Shooting einfach dazu.

Und nun noch ein paar kleine Tricks:

  • Versuche, positiv zu denken und Dich natürlich zu geben. Das sieht man hinterher auch auf den Bildern.
  • Wenn Du unsicher bist oder Angst hast, ist das am Anfang nicht ungewöhnlich. Sprich das auch aus – ein guter Fotograf wird Dir meistens Deine Usicherheit nehmen können.
  • Egal, welche Körbchengröße Du trägst – wenn Du Deinen Busen raus streckst, ziehst Du automatisch den Bauch ein und hast eine viel bessere Haltung.
  • Posiere mit hintereinander gestellten Beinen: das hilft, Deine Silhouette schmaler wirken zu lassen, als sie tatsächlich ist.
  • Stell Dir vor, wie Du beim Ausatmen mit Deinem Bauchnabel Deine Wirbelsäule berührst – dadurch atmest Du ziemlich viel aus und wirkst schlanker.
  • Wenn Du versuchst, künstlich zu lächeln, fällt das auf den fertigen Bildern auf. Besser ist es, wenn Du Dir was Schönes, Fröhliches vorstellst – dadurch wirkt Dein Lächeln automatisch authentisch.
  • Bemühe Dich, nicht zu weit in die Ferne zu sehen. Das verändert Deine Pupillen bei Portraits unnatürlich. Am besten ist, wenn Du Dir eine Punkt in der Nähe der Kamera suchst und diesen anvisierst. Dein Blick sollte nicht direkt in die Kamera gehen, sondern knapp daran vorbei.
  • Schau Dir die Location an und „spiele“ mit ihr. Wenn Du mit Deiner Umgebung kommunizierst und interagierst, werden die Bilder authentischer und schöner. Ein guter Fotograf wird Dir da sicher beim Shooting Tipps geben bzw. zeigen, welche Posen und Interkationen er sich vorstellt.
  • Hast Du eigene Ideen, trau Dich, diese auch auszusprechen – meistens sind gute Ideen dabei.

Ich hoffe, Du hast einen ersten Überblick bekommen, auf was Du achten solltest – wenn Du Fragen hast – ich habe immer ein offenes Ohr 😉